Der Anfang

27. Oktober 2005 / Die Bankerl-Depesche, das Neueste vom Bankerl

(gez. von den Commandantes und La Commandanta in der Hoffnung, dass diese Depesche schon beim nächsten Mal gefüllt ist mit Worten der Revolutionäre und Sympathisanten, welche diese an depesche@auf-dem-bankerl.de geschickt haben.)

Das meiste, was Ihr hier lest, kommt so oder anders auch auf www.auf-dem-bankerl.de vor. Wir wollen aber nicht jedes Wort verlinken, das ist uns dann doch zu doof.

Anfang Oktober (ungefähr, weil so genau weiß es keiner) haben wir also mit der Revolution begonnen, die nichts anderes besagt als dass wir auf einem Bankerl sitzen wollen, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. Wir wollen mal ein paar Augenblicke ganz unwichtig sein und vollkommen ohne Eile und Plan. Deshalb dauert es auch ein wenig mit der Bankerl-Depesche, die nur so schnell klingt, aber vor allem § 9 des Manifestes beherzigt.

Sie ist unvollkommen und, wenn wir ehrlich sein sollten (was wir manchmal schon sind), tatsächlich auch mit Absicht so verfasst, dass sie alle Regeln (was isn das?) des Direktmarketings (kenn ich auch nicht) und eines Newsletters (wie sich das schon anhört) einfach nur ignoriert. Also nix mit 5 Zeilen "Du schaffst es, tschacka" oder "Du gewinnst was, tschacka" oder "Zeit ist Geld, tschacka tschacka!" Hey, nur nicht hudeln.

Schmeiß also die Depesche weg, wenn Du keine Zeit hast, oder hebe sie für ruhigere Zeiten auf. Oder setz Dich doch einfach mal eine halbe Stunde auf ein Bankerl. Das ist eine Chance, einmal Fünfe grade sein zu lassen - und darüber zu sinnieren, was auf dem Bankerl in den vergangenen Wochen passiert ist:

Gleich mal vorneweg: §1 des Manifestes sagt, dass wir immer mehr werden wollen (wenn auch ganz kommod) auf dem Bankerl. Es schadet also nichts, wenn man diese Depesche an Leute weiter leitet, die als Revolutionäre, Sympathisanten oder Depesche-Leser in Frage kommen würden.

Wenn man in der vorletzten Runde auf dem Sitzbankerl sich Gedanken macht, dann sollte man auch einen Gedanken auf den Bremspunkt verschenken. Das meint zumindest Web-Commandante Tom. Der Meinung ist wahrscheinlich jenseits der 180 Stundenkilometer auch Revolutionär Rüdiger, wenn er mal nicht mit einer Lady auf dem Bankerl sitzt.

"Magic Marvin" ist dabei. Damit ist gesichert, dass es der Revolution niemals an bequemen Bankerl auf schönen Stränden und natürlich einem durchtrainierten Oberkörper fehlen wird. Ob die Muskeln auch Kraft bedeuten - keine Ahnung, Revolutionärin Sibylle (auf die Position des "y" im Namen achten!) jedenfalls hat jede Menge Kraft durch regelmäßiges Bankerl-Stemmen. Solange sie langsam stemmt, ist es auch nach §3 des Manifestes in Ordnung.

Der erste Revolutionär nach den Commandantes und La Commandanta war Marco, der - wenn man es ganz genau nimmt (was wir übrigens niemals tun) - sogar vor allen anderen sein "profile revolutione" angelegt hat. Das ist richtig nett, nein eher neurotisch, nun, da sind wir uns gerade beim Slogan noch nicht einig.

Aus dem Rheinland stieß Revolutionärin Silke zu uns. Sie will bei den Jecken das Bankerl bekannt machen - seltsam nur, dass sie uns ein Photo aus Zentralafrika geschickt hat. Überhaupt der Blick über die Grenzen - er lehrt Toleranz, denn wer würde schon das weiche Kissen, auf dem Revolutionär Markus in San Francisco sitzt, als Bankerl bezeichnen? Wir tuns, denn unsere Revolution hat auch keine Vorurteile gegenüber dem Hotel Hilton (US-Commandante Jeffrey will aber an dieser Stelle festgehalten haben, dass es in San Francisco durchaus auch Holz-Bankerl gibt).

Web-Commandante Tom hat es an einem Sonntag Nachmittag als erster bemerkt. Ein Bankerl kann dem Leben einen Sinn geben: Anstatt gelangweilt daheim zu sitzen, schlendert er mit offenen Augen durch die Parks auf der Suche nach Bankerl, die er photographieren und auf denen er rasten und schauen kann. Er und andere sorgen dafür, dass in der Bankerl-Galerie die Welt ihr konzentriertes Abbild findet: Alte, Junge, Schöne, Hässliche, Einsame, Gesellige und und und - immer mehr Bankerl finden bei uns die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

Was machen wir eigentlich, wenn der, dessen Name nicht genannt werden darf, sich auch auf das Bankerl setzen will?

Eine Vorschau: Otmar, Roland, Brigitte, Markus, Thomas, Kurt-Walter (aber nur, wenn ers Bankerl umstoßen kann) Rosemarie, Nathalie und Mareike haben angekündigt, irgendwann ihren Sympathisantenstatus aufzugeben und Revolutionär zu werden.

Als Sympathisant hat Revolutionär Jürgen uns beschimpft, weil wir mal nachgefragt haben, ob er es mit einem Photo noch schafft. Jetzt sitzt er kommod auf einem Fenster-Bankerl - die Revolution hat noch jeden friedlich gemacht.

Beruhigend: Es wurde kein einziges Mal angefragt, warum die Revolution auch zu Ehren der korsischen Alten stattfindet. Es kennt also jeder "Asterix auf Korsika", was trotz der unsinnigen Pisa-Studie den hohen Bildungs-Standard (oder die ausgeprägte Trägheit) auf dem Bankerl beweist. Selbstverständlich weiß jeder Revolutionär über die Zahl 42 Bescheid und kann mindestens die Hälfte aus "Das Leben des Brian" (nein, James, nicht in der englischen Originalfassung!) zitieren.

Auch beruhigend: Keiner hat Revolutionär Martin gefragt, was er denn nun wirklich macht. Leben und leben lassen, das Prinzip des Bankerls gilt für alle - mit einer Ausnahme: Unser Revolutionärs-Labrador Hugo muss immer genug zu fressen haben. Das haben wir ihm versprochen, darum wird sich Revolutionär Thomas auch kümmern, wenn er endlich mal vom Bankerl aufsteht.

Von einem grausamen Bankerl-Mord in Dorfen/Oberbayern berichtet Revolutionär Paul. Hinterhältig hatte eine nicht näher bekannte DICKE der idyllischen Pausenstätte vorm Bürohaus den Garaus gemacht - als Mahnmal steht nun das Bankerl an der Rückwand des Hauses, wo es alle Revolutionäre und Sympathisanten daran erinnert: Pass auf Dein Bankerl auf! Ein Vorsatz, der übrigens Revolutionär René an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit bringt: Er wirft ein Auge auf die Bankerl von Herrn Käfer - und das sind ziemlich viele. Na, vielleicht bekommt er dafür eine Maikäfer-Tasse.

Wir warten noch auf den Revolutionär Bernd. Vielleicht hilft es, dass seine Lieblings-Masseurin Mareike mittlerweile Sympathisantin ist und er bald auf dem Bankerl Yoga machen kann? Eine sportliche Alternative wäre, es Revolutionärin Katrin nachzumachen und ein Bankerl als Tanzfläche zu benutzen. Die Bankerlnutzungsmöglichkeiten sind fürwahr erstaunlich - vielleicht wäre das nach Slogan und Lexikon auch ein Thema für die "Gedanken auf dem Bankerl"?

Ein bisher unveröffentlichter Text von La Commandanta Biene, die noch nicht weiß, ob sie ihre Uhr mit aufs Bankerl nimmt: "Tick, Tack, Tick, Tack... Wenn ich ganz leise bin und in meinem Wohnzimmer sitze, höre ich sie ticken, die große, runde, gutmütige Wanduhr. Im Grunde soll sie das ja auch - mehr noch, wenn sie nicht mehr ticken würde, würde ich sie wegwerfen. Also macht sie ihren Job gut, die Uhr... Tick, Tack, Tick, Tack... 24 Stunden am Tag. Im Grunde ein ziemlich monotoner Job, den so ne Uhr hat... 60 Sekunden zählen, Zeiger bewegen, 60 Sekunden zählen, Zeiger bewegen und so weiter und so fort. Eigentlich mag ich meine Uhr. Sie zeigt mir, wann ich aufstehen muss und wann ich ins Bett gehen sollte - sie zeigt mir außerdem, wann meine Lieblingsserie im Fernsehen anfängt und wann die netten Freunde zu Besuch kommen... Ist ne tolle Sache so ne Uhr! Aber manchmal (nur manchmal) hasse ich das Ding. Nämlich dann, wenn sie sagt, dass ich in 5 Minuten an der S-Bahn sein sollte, ich aber eigentlich noch duschen, Zähne putzen und mich anziehen muss. Oder wenn sie mir sagt, dass die Geschäfte bereits seit 10 Minuten geschlossen haben, mir aber just in diesem Moment auffällt, dass das einzige, was mich glücklich machen könnte eine Packung Parmesankäse ist... In diesen Momenten kann ich sie gar nicht ausstehen... Tick, Tack, Tick, Tack... Blödes Gerät! Wer hat so was Doofes eigentlich erfunden - der gehört doch den ganzen Tag in ein stilles Zimmer neben eine tickende Uhr gekettet... Tick, Tack, Tick, Tack - ich wette nach spätestens 30 Minuten ist er wahnsinnig... oder völlig entspannt. Denn wenn man alle Dinge erledigt hat, ist dieses Ticken irre beruhigend - ich glaube sogar, dass man seinen Herzschlag an den Sekundentakt anpassen kann... Und man kann denken, im Vordergrund die Gedanken und im Hintergrund dieses angenehme Ticken... Tick, Tack, Tick, Tack... Doch, eigentlich mag ich meine Uhr!!"

Mal überlegen: Die Revolution hat gegenwärtig Bankerl in München, Dachau, San Francisco, Augsburg, Isen-Burgrein, Nairobi, Regensburg, Dorfen (allerdings ein ermordetes Bankerl), Salvador, Niederaudorf, Markt Schwaben, Oberroth, Bernina Pass/Österreich, Haiming, Lissabon, Wien, Köln, Burglengenfeld, Biblis, Erding, Napa Valley, Oberpframmern, Parsdorf, Sonthofen. Also schon eigentlich auf der ganzen Welt.

Der Vorsicht halber: Die Bankerl-Revolution ist KEINE Partnerbörse, auch wenn wir zugeben müssen, dass die Mäderl und Buben hier schon sehr fesch sind.

Die meisten Sympathisanten sind nach eigenen Aussagen noch keine Revolutionäre, weil sie keine Digitalkamera besitzen - weshalb wir sofort eine Geschäftsidee haben: Einen "Digitalkamera-Verleih" oder "Rent a Digi" oder "Digi-Rent" für alle, die nur kurz mal ein Photo brauchen. Wer will, kann die Idee übernehmen und eine Menge Geld daraus machen. Wir machen es nicht, weil wir dazu vom Bankerl aufstehen müssten und plötzlich wichtig wären.

Jetzt ist Schluss, weil Dienstag Abend ist und eigentlich genau jetzt die Depesche verschickt werden soll. Aber der Web-Commandante will sich ein Wannenbad gönnen und außerdem schreit sein Bett. Und da das gewichtige Gründe sind, die Depesche aber schon fertig ist, wollen wir hoffen, dass in den nächsten zwei Tagen nix passiert. Andererseits: Wir können ja nicht an alles denken und dürfen nach § 9 des Manifestes auch was oder wen vergessen. Wer deshalb jetzt beleidigt ist, der sollte darüber mal auf einem Bankerl darüber nachdenken, ob es sich rentiert, beleidigt zu sein. Und wenn ja, dann kann er oder sie die Depesche natürlich auch abbestellen... einfach eine eMail an depesche@auf-dem-bankerl.de schicken mit dem Betreff "Ich mag keine Depesche mehr".

Ansonsten: Möge immer ein Bankerl gut zu Euch sein!
 
     
     
     
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