Fad

15. November 2005 / Die Bankerl-Depesche, die Zweite


Schwups, ja sind denn schon wieder zwei Wochen um? Wenn man www.auf-dem-bankerl.de sitzt, verliert man völlig das Gefühl für Zeit - vor allem, wenn man auf Beiträge an depesche@auf-dem-bankerl.de wartet, die dann nicht kommen, was aber im eigentlichen und im besonderen Sinne uneingeschränkt der Idee des Bankerls entspricht, sich nicht ohne Not anzustrengen. Trotzdem: Wer meint, etwas für die Depesche zu haben, nur her damit. Denn immer der gleiche Schmarrn vom gleichen Schreiberling wird dann mit der Zeit doch recht fad.

Dass die erste Depeche recht fad war, hat übrigens auch Revolutionär Jürgen "James" gemeint. Na, da hat er doch einerseits völlig recht (weil wir doch ausdrücklich gesagt haben, dass wir uns nicht anstrengen wollen auf dem Bankerl und deshalb jegliche Spannung vermeiden), andererseits erzählt er dann gleich darauf, dass er in Österreich Golf spielt. Das klingt jetzt wirklich irre spektakulär, James. Wahrscheinlich hast Du Deinem Kumpel und Sympathisanten Leonardo auch davon erzählt, so aufgeregt wie der auf dem Photo ausschaut.

Aber James hat immerhin mit dem Hund einen Sympathisanten für die Revolution gewonnen... andere dürfen fei auch neue Revolutionäre und Sympathisanten anschleppen, weil der Web-Commandante unter Berufung auf die Paragrafen 2 und 3 noch keinen Empfehlungs-Link aufs Bankerl virtuell geritzt hat.

So oder so egal, schauen wir uns völlig unaufgeregt, entspannt und fad die vergangenen zwei Wochen auf dem Bankerl an.

Zuallererst gleich eine Richtigstellung des US-Commandante Jeffrey, der hier betonen will, dass Sympathisantin Mareike nicht nur die Lieblingsmasseurin vom Bernd ist, sondern seine auch. Und er ist schließlich ein Commandante, während der Bernd sich erst jetzt bequemt hat, (nur) ein Sympathisant zu werden.

Allerdings muss man Sympathisant Bernd zugute halten, dass er eigentlich nur nach dem Manifest lebt, genauer nach § 4, der besagt, dass wir auf dem Bankerl gerne schönen Menschen nachschauen wollen. Das tut er nach eigenen Worten, solange die schönen Menschen um die Bedeutung von Wasserstoffperoxid wissen. So dies der Fall ist, macht sich Bernd auf die Jagd und wird deshalb auch so schnell kein Revolutionär, weil einem solchen das definitiv zu anstrengend wäre.

Allerdings muss man ja zur Jagd nicht unbedingt aufstehen, weil ohne Zweifel auf dem Bankerl sich ein paar schöne Menschen eingefunden haben. Zum Beispiel chillt der Revolutionär Jürgen ganz zart auf dem Fensterbankerl und wer als Frau auf das gemeinsame Bankerl-Bild von den Revolutionären Martin und Michael schaut, dem läuft doch das Wasser im Mund zusammen. Geballte Schönheit auch beim Knoten auf dem Bankerl - eigentlich müsste man hier zwengs Moral einschreiten, wenn man nicht ein paar Bankerl weiter den tugendsamen Revolutionär Dr. Chris abermals antreffen würde, wie er ganz allein im Allgäu vom Bankerl runter schaut. Brav.

Sympathisant Hermann hat eine sehr schöne Begründung fürs Bankerl gegeben: Weils kommod ist. Dazu noch eine Geschichte über Bankerl-Treue: Gemeinsam mit den 3 Revolutionären Thomas, Paul(i) und Bernhard trifft er sich seit ehedem vor jedem Champions-League-Spiel der Bayern auf einem griechischen Bankerl nahe des Olympiastadions zu einem oder zwei Bieren, einem Uozo und einem Döner (da sieht man, wie tolerant die Griechen sind und den vieren trotzdem ein Gyros bringen). Da hast sich auch nix daran geändert, dass die Spiele mittlerweile in der Allianz Arena stattfinden und es geschätzte 11.243 Kneipen im München gibt, die besser für einen Fußball-Vorab-Umtrunk liegen. Eh egal, sagt da der Paul(i): Wir verpassen sowieso die meisten Tore. Nun gut, das ist genau die richtige Bankerl-Einstellung.

Ein aktueller Kneipentipp von Revolutionärin Rosemarie (die eine seltsame Beziehung zu einem Gartenzwerg hat, aber das ist eine andere Geschichte): Unbedingt in die Jonno's Blues Bar in Cairns gehen - da gibt's klasse Bankerl und klasse Musik.

Es ist zwar völlig unwichtig, aber auf Bankerl sitzen mittlerweile Webdesigner, Rechtsanwälte, Vertriebler, Beach-Volleyballer, Privatiers, Arbeitssuchende, Marketing-Leute, Recruiter, IT-Experten, Immobilienmakler, Gastronomen, Köche, Unternehmensberater, Druckexperten, Eventorganisatoren, Chefs und Ex-Chefs, Verwaltungsangestellte, Yoga-Lehrer und und und... und alle sind gerne zwischendurch unwichtig. Es besteht noch Hoffnung für die Menschheit.

Der Bankerl-Städte-Tipp: Lissabon scheint ein gutes Pflaster für die Revolution zu sein - immerhin schauen das eine Mal der Sub-Commandante und seine Freunde sehr entspannt aus, das andere Mal schaut Revolutionär Werner ausgesprochen entspannt aus.

Zum sozialen Gewissen unserer an sich völlig unsozialen Revolution (sozial bedeutet nämlich immer irgendwie Betroffenheit und dann Engagement und dann schließlich hohe Motivation, die wiederum auf den Bankerl der Welt nix verloren hat) hat sich Revolutionär Josef Paul(i) gemausert: Er hat nicht nur Tragödie um ein ermordetes Bankerl (siehe vergangene Depesche) endlich an die erschütterte Öffentlichkeit gebracht, er setzt sich auch bis jetzt erfolgreich für ein bedrohtes Schwammerl-Bankerl über dem Isental ein. Seine freie Feld-Arbeit ließ ihn auch eine Entdeckung machen (die sensationell wäre, wenn dieser Begriff nach Paragraf 9 des Manifestes nicht verboten wäre): Ein schon ausgestorben geglaubtes Maibaum-Bankerl.

Australien und Südafrika und Dorfen... die Revolution breitet sich aus!

Die Lehren des Web-Commandante, neue Folge: Es haben sich schon einige Sympathisanten und Revolutionäre angemeldet, die noch nicht offiziell auf dem Bankerl sitzen. Außerdem gibt es noch viele unveröffentlichte Photos. Keine Sorge und Geduld, denn alles hat seine Zeit, sagt der Web-Commandante.

Eine nicht unwichtige Nachricht: Noch hat der, dessen Name nicht genannt werden darf, nicht versucht, sich als Revolutionär anzumelden.

Kennt übrigens jemand ein Bankerl respektive einen Revolutionär in Asien und in der Antarktis? Dann wär' die Revolution nämlich in allen Kontinenten. Willkommen sind außerdem russische Bankerl, auf denen Wodka getrunken wird.

Fragen, die ein Bankerl aufwirft: Warum steht Revolutionärin Katrin auf der Bank? Warum schauen sich La Commandanta und Dr. Chris (der nebenbei erwähnt einen Ionisator hat) so tief in die Augen? Wo ist Revolutionär Rüdiger abgeblieben? Ist das Schweigen von Revolutionär Marco von Dauer? Wo bleibt die Brotzeit, die in Zusatzartikel D zum Manifest indirekt von Sympathisantin Nathalie versprochen worden ist? Was passiert mit dem einen Revolutionär Michael, wenn die Oma aufs Bankerl kommt? Und stimmt es wirklich, dass der andere Revolutionär Michael Musik machen kann? Wie viel hat Revolutionärin Rosemarie bezahlt, um aufs Bankerl zu kommen? Gibt es bald ein Foto, auf dem man Revolutionärin Silke auch erkennt?

Übrigens ist der allererste Sub-Commandante, der dem aktuellen Sub-Commandante im Amt das Leben gerettet hat, jetzt Pirat und als solcher nur ein Sympathisant, weil er unter dem Namen Stefan, den allerdings keiner wissen und schon gar nicht verraten darf, immer auf der Flucht ist.

Unbestätigten Gerüchten zufolge sucht Sympathisant Matthias nach dem richtigen Feeling. Vielleicht sollte er einfach Gefühl dazu sagen und nicht versuchen, die Tower Bridge zum Bankerl umzufunktionieren. Das ist definitiv zu anstrengend.

Übrigens hat das Bankerl an den Tag gebracht, dass der Papa von La Commandanta Biene Taubenzüchter ist. Und der hatte gleich einen Gedanken: "Hier sitz ich auf meim schönen Bankerl und schau meinen schönen Tauben zu, die auch auf einem so schönen Taubenbankerl stehen. Die einen dösen, so wie ich vor sich hin, die anderen möchten gerne mit der Täubin anbandeln - tja wie im richtigen Leben."

Im richtigen Leben passierts dann auch, dass es wie gerade jetzt dunkel wird und man deshalb auch nicht mehr sieht, was man auf der Depesche niederschreiben sollte. Wer die Depesche wie Jürgen "James" wieder fad fand, der hat den Sinn kapiert. Wer nicht, der sollte ein bisserl sinnieren und üben... und, wenn das auch nicht klappt, dann kann er oder sie die Depesche natürlich auch abbestellen... einfach eine eMail an depesche@auf-dem-bankerl.de schicken mit dem Betreff "Ich mag keine Depesche mehr".

Ansonsten: Möge immer ein Bankerl gut zu Euch sein!
 
     
     
     
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