Sinnfrei

29. November 2005 / Die Bankerl-Depesche, die Dritte


Vorab an Markus, Stephan, Rena, Timo, Volker, Roland und alle andern, die nach ihrer Anmeldung nun ganz langsam in der Revolutionsumlaufbahn kreisen: Das Bankerl wartet auf Euch, aber auch der Web-Commandante wartet (und tut damit Recht, warum auch immer) und irgendwann ist es dann auch Zeit, dass Ihr online seid.

Dafür hat der Web-Commandante für alle Kreisenden und Nicht-Kreisenden eine ziemlich unwichtige Meldung: Damit sich die Revolutionäre und Sympathisanten untereinander austauschen können, habe ich ein Forum eingerichtet (www.auf-dem-bankerl.de/forum/). Dort könnt Ihr zu diversen Themen Eure Meinung schreiben, diskutieren, Sprüche klopfen oder auch nur lesen, was die anderen so schreiben. Einfach kurz anmelden, Benutzername und Passwort ausdenken und schon kann es losgehen. Ein paar mehr oder weniger interessanten Themen gibt es schon, aber wir freuen uns über alle Vorschläge zu neuen Themen. Wenn Ihr zum Forum irgendwelche Fragen, Anregungen oder Probleme habt, dann schüttet uns einfach Euer Herz aus unter forum@auf-dem-bankerl.de. Für diejenigen unter Euch, die sich auch mal quasi direkt miteinander unterhalten oder neudeutsch chatten wollen, gibt es im Forum auch eine Chat-Funktion. Der US-Commandante und ich haben das schon mal ausgiebig getestet und für gut befunden - mehr aber auch nicht, schließlich mögen wir auf dem Bankerl keine Superlative (§8 Manifest).

Nun aber genug der Vorrede und zum Bericht der Depesche, welcher ja der eigentliche Sinn einer sehr sinnfreien Angelegenheit ist. Zwei Wochen sind also seit der zweiten Depesche vergangen. Es ist nicht viel passiert. Das ist gut.

Ohne Frage, es hat viele gute Seiten, einfach nur www.auf-dem-bankerl.de zu sitzen. Zum Beispiel hat man den Sinn dafür, sich lange auf etwas zu freuen - wie zum Beispiel auf die Photos aus Kalifornien, die US-Commandante Jeffrey versprochen hat. Das ist gut, genau so wie die eMail-Adresse depesche@auf-dem-bankerl.de. Warum auch immer.

Sollte es dabei auf dem Bankerl zu kalt werden, hat Nathalie, unsere eigens dafür angeworbene Wiener Bankerl-Köchin, ein warmes Rezept für einen Glühwein parat: Man nehme: Sich 20 Minuten Zeit, einen großen Topf (je nachdem, wie viele Bankerlbesetzer mittrinken), so viel Zucker, dass der Boden vom Topf bedeckt ist (mit Hügel in der Mitte), 2 Zimtstangen, 4-5 Nelken, 2 Kardamom-Kapseln, 1 Bio-Orange mit Haut in Scheiben, a Flaschn Wein (mindestens). Dann wirft man den Herd an und stellt den Topf mit dem Zucker drauf. Während der Zucker schmilzt, ist es NICHT ratsam eine Bankerl-Pause zu machen (auch nicht auf dem Küchenbankerl), weil der Zucker dann garantiert sofort verbrennt! Wenn er goldgelb und geschmolzen ist (Karamell hoasst des dann), den Wein eingießen und alle anderen Zutaten auch reinschmeißen. Der Zucker wird zuerst hart, aber der löst sich wieder auf! Jetzt kann man sich gute 10 bis 15 Minuten aufs Küchenbankerl setzen und von der Anstrengung ausruhen, sofern der Herd nicht zu hoch aufgedreht ist, denn kochen soll er nicht, der Glühwein, grad a bisserl dampfen und gut durchziehen. Wenn er scho guat is, gleich in die Thermoskanne, wenn nicht, etwas länger ziehen lassen und nachsüßen.

Markus ist bald da. Das ist gut. Fast. Er hat sich immerhin als Sympathisant angemeldet und kreist. So oder so, jetzt gibt es Hoffnung, dass die Erde doch noch freundlich, friedlich und liebevoll wird.

Unser Ausflugstipp: Revolutionär Michael, der Jüngere, hat einen Spaziergang gemacht und in Rötz (Landkreis Cham) ein Bankerl gefunden am Fuße des 706 Meter hohen Schwarzwihrbergs, nahe eines Quellsteins und unweit der Schwarzenburg. 706 Meter hört sich nicht imposant an. Wer aber den zu Recht als 'steil' beschriebenen Pfad anstelle des Forstwegs wählt, kommt beim Aufstieg garantiert ins Schwitzen. Gut, dass es Berghütten nicht nur in den Alpen gibt. Sondern auch auf dieser Erhebung im vorderen Bayerischen Wald. Der Wirt der Hütte versteht es meisterhaft, zu unschlagbaren Preisen Oberpfälzer Brotzeiten zu servieren, die satt und glücklich machen. Und der zum Abschluss obligatorische Obstler, der hätte Weltruf verdient.

Revolutionär Martin
hat in Berlin das bisher größte Bankerl entdeckt. Möge es uns helfen, wenn der, dessen Name nicht genannt werden darf, noch einmal hier auftaucht. Gewöhnlich uninformierte Kreise (die nicht kreisen) jedenfalls haben ihn schon einmal gesehen. Ist dieser Vorfall auch daran schuld, dass Revolutionär Marco immer noch schweigt und Revolutionär Jürgen nun auch?

Hoffentlich hat die rheinische Revolution nicht unsere Silke wichtig gemacht. Man hört und liest nix mehr von ihr.

Noch ein Ausflugstipp: Revolutionärin Rosemarie hat auf der Suche nach schönen Bankerl eine Wanderung am König-Ludwig-Weg von Erling-Andechs zu einem zauberhaften Kaff namens Pähl, hoch über dem Ammersee, gemacht und meint: Übrigens ein sehr reizvoller Wanderweg mit einer noch malerischeren Kneipe am Ende des Weges, irgendein "Mühlenwirt" oder ähnliches. Kneipen am Wegesrand sind nämlich der einzige Grund, warum ich mir solche Wanderungen eigentlich antue. Der Weg mag zwar bekanntlich das Ziel sein, aber ein Ziel am Weg ist noch reizvoller. In Pähl gibt's da noch einen so genannten Hartschimmel-Hof: So was Schönes hab ich beileibe lang nicht mehr gesehen. Kuschelziegen, Galloway-Rinder, quasi ein Streichelzoo, ein kleines Antiquitätenlädchen auf einer Wiese mit Liegestühlen und einem alten Taubenhaus unter noch älteren Bäumen. Ein Traum.

Wo ist Marvin, unser Beach-Commandante?

Das Wetter: Es hat geschneit und es ist kalt. Kurz davor hat aber Revolutionär Michael, der Ältere, an der Wannkopfhütte im Allgäu, das stabilste Bankerl fotografiert. Das würde auch eine Ala aushalten, von der die Legenden auf den Bankerln der Welt singen.

Ein paar La Commandanta-Gedanken auf dem Bankerl: Heute muss ich etwas erzählen. So wie viele, hat auch mich vor einiger Zeit eine kurze, dafür heftige Erkältung erwischt. Wie das so ist, bin auch ich, mit Fieberthermometer, Erkältungstee und Wadenwickeln bewaffnet, auf meiner Couch dahin vegetiert. Doch ich muss zugeben, auch wenn man sich regelmäßig neuen Tee kocht, sich ausgiebig selbst bemitleidet und ständig Fieber misst, wird einem spätestens am Tag 2 des Fiaskos langweilig und man greift zur Wunderwaffe TV. Ein böser Fehler, wirklich böse! Ganz ehrlich, wer in letzter Zeit einmal Zuhause war, weiß, dass es einem psychisch extrem mitnimmt, wenn man um 14:00 Uhr damit konfrontiert wird, dass eine Nachbarin sich darüber beschwert, dass man sein Kind schlägt, bis dann am Ende raus kommt, dass man doch nur selbst ein bemitleidenswerter Mensch ist, der zwar keiner Fliege was zuleide tun kann, aber dafür tiefe seelische Abgründe in der eigenen Kindheit ertragen musste. Na gut, nachdem ich ein paar Mitleidstränchen für diesen Mann vergossen hatte (ich gebe zu, meine Kopfschmerzen hatten innerhalb der Fernsehstunde auch zugenommen), versuchte ich ein anderes Programm und damit eine Gerichtssendung. Wow, ein Kindsmörder! Das hört sich doch spannend an, also schnell noch mal die Nase geputzt und dann los. Allerdings muss ich zugeben, dass ich bereits nach kürzester Zeit doch ein wenig verwirrt war. Zwar ließ mir der Gedanke keine Ruhe, wer denn nun der Mörder war, aber langsam blickte ich im Wirrwarr der Zeugen nicht mehr richtig durch. Um ehrlich zu sein, weiß ich bis heute nicht genau, was nun passiert ist (vielleicht bin ich zwischendurch kurz eingenickt...). Aber ich glaube, dass die Tante der Schwester, deren Bruder der Schwager der Eltern war, die wiederum die Paten der Nichte, deren Bein bei einem Unfall verletzt wurde, am Ende den Freund der Bekannten des Bruders umgebracht hat. Wie auch immer, ich kann euch sagen, dass ich heilfroh war, nach 3 Tagen Krankheit morgens wieder auf dem S-Bahn-Bankerl zu sitzen, das mich in die Arbeit gebracht hat.

Anmerkung der drei Commandantes: Gerade überlegen wir uns eine wenig anstrengende Züchtigung, weil La Commandanta auf dem Bankerl über Arbeit gesprochen hat. Einfach so, hat sie das gemacht.

Noch einmal zurück zum Wetter: In hektischen Zeiten ist diese gute und diesmal auch wichtige Tradition, übers Wetter zu reden, immer mehr verschwunden. Ein Grund dafür könnte sein, dass die drallen Fleischereifachverkäuferinnen und die kugeligen Bäckersfrauen, mit denen man noch über das Wetter plaudern konnte, mittlerweile immer seltener werden. Dabei ist es doch sehr entspannend, im vierzehntägigen Tief jeden Tag darüber zu sinnieren, wann das Wetter wieder besser wird. Und in München hat man außerdem den Föhn, der für die Kopfschmerzen herhalten muss. Der Schnee ist ebenfalls für mehrere Tage ein gutes Thema, um sich darüber auszulassen, dass man als Mensch doch gar mickrig angesichts der Naturgewalten ist. Und wenn man so jetzt weiter denkt, dann ist das Bankerl gewissermaßen das in Holz oder Stein gehauene Symbol für das Wetter, das übrigens Morgen wieder schlechter werden soll. Sagt man. Warum auch immer. Der neue Sympathisant Hannes jedenfalls ist nicht daran schuld.

Die Oberpfalz spielt bei der Revolution eine große Rolle, denn Revolutionär Robert ist endlich angekommen. Und keiner kann so herrlich dumm daherreden, wie der Mann, der früher als der Wash bekannt war: Wenn der Ranzn spannt, dann geht's ihm gut.

Der FC Bayern hat 4:0 gegen Rapid Wien gewonnen. Die Revolutionäre Paul(i), Thomas und Bernhard samt Sympathisant Hermann sind im Stadion auf einem Bankerl gesessen und haben zugeschaut. Natürlich, nachdem sie beim Griechen waren.

Für alle, die da vielleicht in Sorge sind: Die Revolution auf dem Bankerl ist keine Männersache, im Gegenteil finden sich hier immer mehr Ladies ein. Bei den Sympathisanten sucht Stephanie noch die Energie des Bankerls, bei den Revolutionären hat sich Sabine, die Dunkelhaarige (nicht zu verwechseln, mit Sabine, der Blonden, welche La Commandanta ist) endlich dem Sub-Commandante ergeben.

Revolutionär Werner ist gerade in Neuseeland unterwegs. Wie es ihm wohl geht? Hoffentlich bringt er ein schönes Bankerl mit. Und wenn wir schon in exotischen Gefilden schweifen: Revolutionärin Sibylle will versuchen, Bankerl-Photos aus der Antarktis und aus Patagonien zu organisieren. Bis dahin haben wir bereits einige außergewöhnliche Bankerl in die Galerie aufgenommen: Australien, Hengersberg, Sonthofen, Tierpark Hellabrunn UND Burglengenfeld, es gibt keinen Platz, wo Bankerl nicht überleben können.

Die November Gemeinsam-auf-dem-Bankerl-Arithmetik:

1
Dr. Chris (dem der Sub-Commandante immer noch nachweint) sitzt ohne Ionisator auf dem Bankerl.
1 ¼
saßen in Krailling auf dem Bankerl: Ein Gartenzwerg und Rosemarie.
1 ½
ergeben zusammen Revolutionär Thomas und die nächste Generation.
2
Wiesn-Mädels saßen im Oktober mit Dirndl auf dem Bankerl.
3
Revolutionäre schauten am 12. November auf die Allgäuer Berge.
4
Urlauber knieten auf einem Kunstlederrücksitzbankerl.
5
alte Männer testen mit Wannenköpfen die Stabilität eines Bankerls.
6
gibts nicht auf dem Bankerl
7
Desperados hatten 1997 ein Bankerl besetzt.
19
Unbekannte Menschen genossen im November die Sonne auf einem langen Steinbankerl am Münchner Opernplatz.
22
Fußballspielern schauten Michael, der Jüngere, und Bernhard zu.

So, weiter können wir nicht zählen, aber wir denken darüber nach. Auch darüber, ob jemand die Depesche abbestellen will. Nun, wenn es sein muss, einfach eine eMail an depesche@auf-dem-bankerl.de schicken mit dem Betreff "Ich mag keine Depesche mehr".

Ansonsten: Möge immer ein Bankerl gut zu Euch sein!

 
     
     
     
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