Satt

17. Januar 2006 / Die Bankerl-Depesche zum Neuen Jahr


Heuer ist das Jahr, in dem die Meisterschaft stattfinden wird, deren Namen nicht unbezahlt genannt werden darf. Wir sprechen heute also nicht über Fußball, aber es sollte zumindest einmal gesagt werden, weil man ja nie weiß, ob einem die völlige Unkenntnis solcher sich ankündigender Ereignisse nicht einmal vorgeworfen wird.

Wer www.auf-dem-Bankerl.de sitzt, der kann das nämlich überhaupt nicht gebrauchen, dass ihm etwas vorgeworfen wird. Allerdings hat er nix dagegen, wenn er (in Maßen) etwas Neues erfährt (Nachrichten diesbezüglich, hinlänglich und respektive bitte an depesche@auf-dem-bankerl.de) und die gastronomische Versorgung passt. Essen und Trinken wiederum gab es an Weihnachten und Sylvester auch auf dem Bankerl mehr als genug, weshalb wir satt und zufrieden die vergangenen Wochen Revue passieren lassen können:

Man hört und liest lange nichts von ihm. Anfragen kontert er in seiner unnachahmlich gelassenen Art bestenfalls mit dem Verweis auf das Manifest, Paragrafen 2 und 3. Wenn überhaupt, dann nimmt er nur Stellung zu seinem Moped-Stammtisch und zum Zwiebelrostbraten (auf den jedoch immer der US-Commandante reagiert). Und dann kommt der Abend, da passierts: Ein Mail vom Web-Commandante kündigt an, dass er vom Bankerl aufgestanden ist und mal wieder etwas basteln will. Und wer dann das Glück hat, online zu sein, der erlebt auf dem Bankerl Unglaubliches: Jede Menge neue Fotos, neue Sympathisanten und Revolutionäre UND vor allem eine technische Neuerung, weil sonst würde es ja dem Web-Commandante keinen Spaß machen. Diesmal also ist es auf der Homepage eine neue Rubrik, welche von den neuesten Einträgen kündet. Damit haben alle, die nicht so viel Zeit haben (was eigentlich ein Verstoß gegen das Bankerl-Manifest ist), und alle, die keine Orientierung haben (was eines Revolutionärs durchaus würdig ist) einen ersten Überblick, was es denn Neues gibt.

Bevor wir uns dem Neuen auf dem Bankerl also zuwenden, aber erst noch eine gute Meldung kurz vor Jahreswechsel: Revolutionär Werner und Sympathisant Volker haben ein Bankerl gesucht und es schließlich auch in einer legendären Münchner Kneipe namens Vivo gefunden. Dort gibt es Bier, dort gibt es Würste und Lutscher (das weiß auch Revolutionär Marco, der jetzt auch in Bayreuth ein Bankerl sucht) und dort kann Volker sein Allgemeinwissen verbreiten. Jedenfalls belehrte er den Sub-Commandante: Wenn Du Lust und Zeit hast, dann erhebe Dich doch mal von Deinem gemütlichen Weihnachts-Bankerl, schlendere zu Deinem Bücherregal, nimm dortselbst den guten, alten Schöffler-Weiß heraus und schlage 'se dépècher' nach. Du wirst, wenn nicht mit Entsetzen, so doch mindestens mit Befremden, feststellen, dass es 'sich beeilen' heißt. Mithin handelt es sich bei der Bankerl-Depesche um ein recht ungeeigneten Namen, da ja etwas Eiliges per se wichtig ist.

Die Erkenntnis daraus: Man sollte einerseits nicht so viel in Büchern nachschlagen, andererseits kam die Meldung erst eine Woche später an, was wiederum im Zeitgefüge des Bankerl völlig korrekt ist. Nochmals in einfachen Worten für Volker: Das Bankerl hat die Macht, selbst Depeschen langsam zu machen!

Der US-Commandante stärkt die kalifornische Fraktion auf dem Bankerl: Mit den Revolutionären Mina und Fred gibt es nicht nur die besten Grüße aus Napa (hier wird übrigens erstklassiger Wein angebaut), sondern auch zwei herrliche Bankerl, eines mit einem Lego-Mann, das andere vor einer großen, sehr großen Glühbirne.

Überhaupt wird das Bankerl immer internationaler: Revolutionärin Silke hat sich jetzt sogar in Sri Lanka auf ein Bankerl gesetzt (genau da saß der Sub-Commandante übrigens auch schon mal), sie hat auch ein Buch mit Titel "WG auf afrikanisch" geschrieben. Das ist für alle, die gerne auf dem Bankerl in Ruhe lesen, sicherlich nicht die schlechteste Empfehlung, sicherlich nicht.

Wusstet Ihr, dass La Commandanta als waschechte Revolutionärin reitet? Ihre Betrachtungen zu dieser Art der Fortbewegung sind durchaus selbstkritisch:

Dienstagabend, 18:30 Uhr. Ich bin wohlbehalten und voller Vorfreude im Stall angekommen, habe geschaut, welches Pferd ich reite und stehe nun stolz vor der Box eines wunderschönen Vierbeiners. Und ich habe einen Traum - nämlich den, dass ich irgendwann reiten kann (also ich meine nicht so einfach drauf sitzen und gut aussehen. Nein so richtig mit gebogenem und gestellten Pferd, richtigen Gewichts- und Schenkelhilfen und allem was sonst noch dazu gehört). Die Vorraussetzungen hab ich - Gewicht ist vorhanden und Schenkel hab ich auch - also, dann mal ran an das Pferd. Mittlerweile ist es 18:53 und ich versuche krampfhaft den Sattel auf das Tier zu hieven... Sind ja sakrisch schwer diese Dinger. Und dann ist dieses Pferdchen auch noch gute 10 cm größer als ich... Also mal ehrlich, das stand in keinem Buch, dass man neben einem festen Willen und Ausdauer auch noch einen hochgewachsenen Körperbau benötigt... Aber gut, Reiten ist Sport und ich bin bereit für die Herausforderung. Gesagt, getan und auf die Suche nach einem geeigneten Bankerl gemacht, das mir den Aufstieg erleichtern könnte - dummerweise hab ich keins gefunden, aber mit dem Biertragerl geht's auch ganz gut (ich gebe zu, es ist ein wenig schwierig, da das Pferd die umgedrehte Bierkiste eher kritisch beäugt, aber nach ein paar Minuten ist der Sattel drauf und ich bin stolz wie Oskar). Jetzt ist der große Moment gekommen - jaaaa, ich bin der König der Welt!!!! Äääähm, tja also jetzt kommt mir ein anderes Pferd entgegen - aber wer zum Teufel hat denn nun Vorfahrt?? Ich, eindeutig - oder vielleicht doch der andere...?! Ach Mist, gerade wusste ichs doch noch. Da ich definitiv keine Ahnung habe und außerdem noch die Neue bin, geh ich vorsichtshalber aus dem Weg. Ein blöder Fehler wie mir schnell klar wird, denn offensichtlich hätte ich doch da bleiben dürfen wo ich war, wie mir ein resigniertes, aber trotzdem gut hörbares Schnauben des 'gegnerischen Reiters' signalisiert. Aber was solls, immerhin habe ich große Ziele und da muss man auch mal Niederlagen einstecken. Nach ca. einer halben Stunde (alle anderen traben schon und ich versuche immer noch, mein Pferd dazu zu kriegen da hin zu laufen wo ich hin will) entschließe ich mich, die Richtung zu wechseln... Also, Gewicht auf die richtige Seite gepackt, Schenkel so gelegt wie sie sein sollen .... Und einfach geradeaus weiter geritten... Mist! Irgendwas hab ich wohl falsch gemacht, also gleich nochmal... Naja, so geht das dann eine Weile (und diverse wütende Schnauber anderer Mitreiter in meine Richtung) und dann ists auch schon wieder vorbei.

Ich sehe ein, dass Reiten wohl doch nicht so einfach ist, wie es aussieht und dass ich noch viel lernen muss! Aber die Leute hier sind ein echt netter Haufen und deshalb habe ich beschlossen, einfach wiederzukommen. Aber bis dahin setz ich mich erstmal auf ein Bankerl und ruh mich aus!


Das ist die eine Geschichte, aber es ist nicht die einzige, die neu in der Gedanken-Rubrik auf dem Bankerl steht. Unter anderem geht Revolutionärin Silke der Frage nach, wer RAB ist, und berichtet Revolutionärin Rosemarie von einem Hund, der in Australien mit ihr die Aussicht auf einem Bankerl genossen hat.

Apropos Australien: Hier war Revolutionär Dirk, der dank Revolutionärin Sibylle zu uns gestoßen ist, noch nicht. Dafür hat er sich in Buenos Aires auf ein Bankerl gesetzt und ist nun sehr zufrieden, endlich bei einer Revolution dabei zu sein. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Dirk an wunderbaren Orten auf der ganzen Welt jede Menge Bankerl bereits entdeckt und fotografiert hat ... sobald also der Web-Commandante wieder einmal basteln will (siehe oben), gibt es wahrlich exotische Bankerl.

Apropos exotisch: Der vierte im Bunde der neuen Revolutionäre, Patrick, hat nicht nur in Den Haag in einer Strandbar auf einem Bankerl eine Dame umarmt, er verfügt auch über zwei eigene Websites zu den Themen stade Zeit und Wiesn. Wer darauf mal klickt, der weiß, dass auch Patrick ja so was von aufs Bankerl passt.

Wusstet Ihr, dass La Commandanta, die sich übrigens mit Revolutionärin Katrin gemeinsam auf ein Bankerl gesetzt hat, eine Vorliebe für schwedische Möbelhäuser hat? Da muss man hin, meint sie:

Meine lieben Mitmenschen, habt ihr jemals daran gedacht, dass es Dinge gibt, die viel mehr sind, als sie zu sein scheinen? IKEA zum Beispiel: hier findet der Kenner günstig relativ hübsche Möbel, besorgt Geschenke für Patenkinder, Tanten und Bekannte und isst zum Spotpreis im Restaurant (Babynahrung gibt's sogar kostenlos) - ganz zu schweigen von den skandinavischen Snacks nach der Kasse... IKEA - ein Allround-Phänomen. Doch was bisher schmählich vernachlässigt wurde ist der psychologische Aspekt eines IKEA-Besuchs. Weg mit den Psycho-Tests aus schlechten Frauenzeitschriften und weg mit den Selbsthilfebüchern. Wer wirklich wissen will, woran er mit einem bestimmten Mitmenschen ist, sollte mit ihm ins Möbelhaus fahren. Denn so wie der Satz 'Schatz, findest du nicht auch, dass wir im Wohnzimmer neue Vorhänge brauchen?' jeden Mann zur Verzweiflung treibt, kann ein 'Halt, wir müssen ins Restaurant - ich brauch ne Portion Kötbullar' einer Frau das Blut in den Adern stocken lassen.

Ganz zu schweigen von der Klärung elementarer Dinge, wie dem Bettwäsche-Geschmack:
Sie: 'Wieso magst du keine rote Bettwäsche?'
Er: 'Ich mag rot einfach nicht!'
Sie: 'Aber, ich wollte schon immer rote Bettwäsche haben!'
Er: 'Aber das Licht ist doch eh aus!'

Tja, solche Dinge können schnell mal zu einer Beziehungskrise führen und eine (bisher absolut intakte) Beziehung an den Rande der Zerstörung treiben (ich möchte übrigens gar nicht von der so genannten 'Kruschabteilung' berichten - ich denke hierzu hat jeder eine passende Geschichte parat). Gerüchten zufolge gibt es dennoch Menschen, die den Weg durch Küchen, Sofas und Kommoden ohne größere Blessuren überstehen - bis hier: Kurz vor der Kasse - die SB Halle. Da kann es durchaus passieren, dass man eine viertelstündige Suche nach Regal 12 keine Ergebnisse bringt. Oder aber Regal 12 ist gefunden, Billy, Robin, Olga oder Björn verstecken sich jedoch mit größter Ausdauer. Jetzt bloß Ruhe bewahren und als Frau auf gar keinen Fall einen Verkäufer fragen, denn die Psyche eines IKEA-geschädigten Mannes ist ohnehin sehr verletzlich... Auch die Worte 'Schatz, lass dir Zeit, es ist erst 19:55 Uhr...' sind nicht unbedingt angebracht...

Die heimtückischste Falle allerdings lauert dann, wenn die Einkäufe bezahlt sind und man sich bereits in Sicherheit wiegt - nämlich dann wenn ein Mann in völliger Selbstsicherheit einen (nur ganz wenig überladenen) Wagen zum Parkplatz schiebt... Ich kann nur jeder Frau raten, an dieser Stelle noch einen Hot Dog essen zu gehen, denn wenn man es vorher nicht geschafft hat zu streiten, passiert es spätestens, wenn der Kofferraum bis unters Dach beladen, die Rücksitze voll gepackt und das Kind (mit den Worten 'wir holen den Kleinen dann morgen ab') in Smaland abgegeben wurde - die Palme (die die Frau unbedingt noch fürs Wohnzimmer haben wollte) allerdings noch auf dem Parkplatz steht... Jeden weiteren Bericht möchte ich Euch ersparen (schließlich lesen auch Kinder unter 18 mit). Ich kann daher nur jedem empfehlen, sich einmal bei IKEA auf ein Bankerl zu setzen und einfach nur die Ohren zu spitzen...

Das Depeschen-Statement dazu: IKEA-Bankerl sind hoffentlich leichter zu finden als das neueste Bankerl in der Galerie, das angeblich in Spiegelau steht. Sollte jemand dort zu suchen beginnen und keine Depesche mehr lesen können bzw. wollen, der kann sie abbestellen, des das geht (wenn es sein muss und weil es hier stehen muss) ganz einfach: Einfach eine eMail an depesche@auf-dem-bankerl.de schicken mit dem Betreff "Ich mag keine Depesche mehr".

Ansonsten: Möge das Bankerl immer gut zu Euch sein!

 
     
     
     
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