Socken

14. Februar 2006 / Die Bankerl-Depesche, die Siebte


In der vergangenen Woche sind dem Sub-Commandante insgesamt 5 Paar Socken kaputt gegangen. Nicht nur, weil da ein paar Lieblings-Socken dabei waren, die über viele Jahre hinweg treu ihre Dienste geleistet haben, stellen sich angesichts dieser zerstörerischen Häufung doch zwei typische Fragen für ein paar Stunden auf dem Bankerl: Warum lastet ein solch großes Geheimnis auf den Socken und warum macht sich keiner Gedanken darüber? Kann es sein, dass hier ein Verstoß gegen Paragraph 7 des Bankerl-Manifestes vorliegt und Vorurteile gepflegt werden? Oder sind Socken wichtig und als solches der Kritik würdig? Oder gilt der alte Spruch, dass man an den Socken den Menschen und damit auch seine Wichtigkeit erkenne?

In jedem Fall tragen zu dieser Jahreszeit in Mitteleuropa, wo die Revolution ihren Ausgang nahm, www.auf-dem-Bankerl.de fast alle Revolutionäre und Sympathisanten warme Socken, zumal es in den vergangenen Wochen seit der Neujahrs-Depesche manche in die Berge zog um dort Ski zu fahren. Davon soll heute und niemals nicht berichtet werden, aber wer eine schöne Schlitten-Geschichte hat, der soll sie gerne an depesche@auf-dem-bankerl.de schicken, weil so ein Schlitten ist ja eigentlich nix anderes als ein Bankerl mit Kufen.

Der Web-Commandante war in Spanien in Cartagena, wo er im Kreis gefahren ist. Auf seinem Moped, auf seinem Sitzbankerl, mit Socken an und einem Kapperl auf. Er hat für die Rubrik "Gemeinsam auf dem Bankerl" auch ein wunderbares Foto mitgebracht, wo summa summarum 18 Leute auf dem Bankerl sitzen. Und ein Bier trinken tun sie auch. Brav, ebenso wie die vielen neuen Photos, die der Web-Commandante in die Bankerl-Galerie eingestellt hat, die neben Photos in Spanien nun auch welche in Freiburg und beim McDonalds vorweisen kann. Yepp, das Bankerl wird immer internationaler, denn neu ist auch ein Sonnenphoto von Sympathisant Matthias, der ein Bankerl im Hyde Park in London photographiert hat, allerdings nicht immer dem britischen Regen auskam. Auch die Österreicher unter den Bankerl werden dank La Commandanta und Revolutionär Jürgen (der mittlerweile mit Leonardo "ganz dicke" ist) immer mehr, ganz zu schweigen von einem wahrhaftig besonderen Bankerl-Juwel: Revolutionär Dirk hat es vor dem Taj Mahal gefunden.

Revolutionärin Silke ist im Fasching unterwegs. Wenn der US-Commandante die Aufbereitung des Textes dazu auf der Reihe hat, gibt's diesen bei den Gedanken auf dem Bankerl. Hier aber schon mal ein paar närrische Auszüge in zügelloses Treiben:

Pünktlich um 11 Uhr 11 hielt somit auch ich ein frisch gezapftes Kölsch in der Hand und sah das Klischee bestätigt, dass der Kölner an sich faul und stets damit beschäftigt ist, sich Gründe auszudenken, um nicht arbeiten zu müssen und sich besaufen zu können, was mir nicht unbedingt unsympathisch erschien. Der Rest dieses denkwürdigen Tages entzieht sich, wie ich im Nachhinein leicht beschämt gestehen muss, weitestgehend meiner Erinnerung (ich bin eben doch noch kein richtiger Kölner, der das eher auf die leichte Schulter nehmen würde). Ich weiß nur noch, dass ich am nächsten Morgen mit dröhnendem Schädel (Kopping, wie der Kölner sagt), kratzigem Hals und schmerzenden Knien erwachte - zum Glück in meinem eigenen Bett und zum Glück (oder leider?) allein. Stöhnend schlug ich die Bettdecke zurück und musste erschrocken feststellen, dass beide Knie aufgeschlagen und Blut verkrustet waren. Mein Gott, wie bin ich bloß nach hause gekommen? fragte ich mich entsetzt. Dann wurde mir plötzlich speiübel und ich schaffte es gerade noch rechtzeitig zur Toilette, wo ich mehr oder weniger den Rest des Tages zubrachte. Kein guter Start in die Session. Anfänger eben. Die verbleibende Woche war ich krank geschrieben, was mir natürlich ziemlich peinlich war. Doch noch peinlicher wäre es mir gewesen, völlig verkatert und mit dem fetten Brillenhämatom, das unerklärlicherweise mein Gesicht zierte, im Büro zu erscheinen und mich womöglich spöttischen Kommentaren auszusetzen. So beschloss ich reumütig, die restliche Session mit Nichtbeachtung zu strafen und weitestgehend karnevals- und alkoholabstinent zu bleiben - sofern ein solcher Vorsatz in dieser Stadt überhaupt praktikabel ist.

Immerhin dauerte es knapp zwei Monate, bis ich rückfällig und erneut vom Karnevalsfieber gepackt wurde. Meine Kollegen hatten mir zu meinem Geburtstag Anfang Januar ihre gesammelten Karnevalslieder als MP3s geschenkt und dazu sämtliche Liedtexte auf dem Bürodrucker ausgedruckt. Ich erkannte den Wink mit dem Zaunpfahl, stand doch in Bälde der Höhepunkt des Karnevals bevor und man plante, sich gemeinsam auf eine Karnevalssitzung in die Köln-Arena auf der schäl Sick zu wagen und von Wieverfastelovend bis zur Nubbelverbrennung möglichst durchzufeiern (s. Klischee "der Kölner an sich"). Also übte ich. In jeder freien Minute spielte ich die Lieder rauf und runter, las eifrig die Texte mit und versuchte, mir zumindest die Refrains zu merken. Die kölsche Mundart war mir glücklicherweise nicht ganz fremd, war ich doch in meiner rebellischen Phase, so mit fünfzehn, sechzehn etwa, Bap-Fan gewesen und hatte von da her noch einiges an kölschem Wortschatz im Hinterkopf, wenn auch der Vokabular-Schwerpunkt gegensätzlicher nicht hätte sein können. Bis zur Sitzung in der Köln-Arena Anfang Februar hatte ich tatsächlich ein bescheidenes, aber wie ich meinte erlesenes, Repertoire einschlägiger Karnevals- und Kölnhymnen parat und Gassenhauer wie "Viva Colonia", "Drink doch eine met" oder "Eimol Prinz ze sin in Kölle am Rhing" gingen mir ohne Verhaspler von den Lippen. Die Veranstaltung versprach also ein voller Erfolg zu werden. Das wurde sie zunächst auch. Meine Kollegen zeigten sich sichtlich beeindruckt von meinen Fortschritten im heimischen Liedgut und sogar mein nicht ganz so originelles Piratenkostüm fand leidlich Anerkennung. Ermuntert von dem in der Halle allseits praktizierten Karnevalsbrauchtum des Bützje und Stippeföttche und nicht zuletzt vom Konsum diverser "Feiglinge" war ich bald gelöster Stimmung, hielt eine blonde Nixe im Arm und fühlte mich wie ein Prinz. Alles verlief also vielversprechend ...

... wer mehr wissen will, sollte in den nächsten Tagen mal nachschauen www.auf-dem-bankerl.de!

Neu auf dem Bankerl ist Revolutionärin Nina. Die sitzt auf einem Kirchenbankerl und schaut ein bisserl verschreckt. Aber keine Sorge, wer länger sitzt, der hat auch bald die Gelassenheit, die der neue Revolutionär Hans Werner, welcher selbiger der Papa von La Commandanta ist, offensichtlich schon hat. Da ist fürwahr, der weiß, dass man sich ausruhen muss, auch ohne Grund. Seine Frau, welche selbige die Mama von La Commandanta ist, und sich als Revolutionärin Hildegard angemeldet hat, ist Revoluzzer von Geburt an. Genau solche Mädels braucht das Bankerl, wenn Unholde daran sägen möchten. Da ist uns also um die Zukunft nicht bange.

Sympathisantin Katherina trinkt gerne Prosecco. Prost. Was trinken eigentlich Revolutionär Marco und Sympathisant Volker? Angeblich sind sie öfters gemeinsam auf einem Kneipen-Bankerl, sagt man.

Revolutionärin Katrin hatte eine unheimliche Begegnung mit dem großen Glück:

Gestern hab ich wieder eine dieser Kettenmails bekommen... die mir ganz unglaubliche Dinge verspricht! Nämlich, dass, wenn ich die Mail an 9 Personen weiterleite ein Video auf meinem Bildschirm erscheinen wird. Ich glaube es eigentlich nicht - vor allem, wie soll's funktionieren??? Aber trotzdem hadere ich mit mir, es vielleicht doch auszuprobieren... Bei der Gelegenheit fällt mir ein, wie viel Pech ich eigentlich schon gehabt haben müsste. Mindestens 25x die große Liebe verpasst, den großen Geldsegen leider nicht bekommen. Und für die nächsten 1.267 Jahre müsste ich als absolut unglücklicher Mensch leben. Und das alles nur weil ich diese Kettenmails nie weiterleite.

Aber eigentlich hab ich mich bisher nie wirklich schlecht gefühlt, aber wer weiß, was ich schon alles verpasst habe ... Oder vielleicht lagen die paar mal, wo es mir nicht so gut ging, daran, dass ich wieder mal eine Kettenmail nicht weitergeleitet hab, aber eigentlich glaub ich das nicht. Eigentlich. Und vielleicht bringt mich diese Neugier jetzt dann doch noch dazu, die Mail weiterzuleiten... die Armen, die dann das gleiche Schicksal wie ich erleiden müssen. Ich glaube ich muss mir ein paar Personen aussuchen die mir nicht so wichtig sind. Hoffentlich finden sich solche in meinem E-Mail-Verteiler...

Also ich habs getan. Das mit den Personen die ich nicht so gern mag, hab ich gelassen. Ich konnte keinen dazu degradieren... Aber ich habs nur an drei Personen geschickt - davon zweimal an mich ;) und an meine Mutter (um die E-Mail dann gleich wieder aus ihrem E-Mail-Account zu löschen - gut, dass ich ihre Zugangsdaten hab). Funktioniert hats natürlich nicht - kann jetzt zum einen daran liegen, dass ich es an zu wenige gesendet habe, oder zum anderen daran - wie vermutet - dass es wieder mal ein Schmarrn war... Aber das werde ich wohl nie erfahren... Und um mich von dieser Aufregung wieder zu erholen muss ich mich jetzt erst mal setzen - natürlich auf ein Bankerl...

Da bleibt uns nur noch, Katrin den aktuellen Bankerl-Tipp zu geben: Lieber zehn eMails weiter schicken als zehn paar gebrauchte Socken... andererseits solls ja Leute geben, aber das gehört definitiv nicht in die Revolution, zumindest steht nix davon im Manifest.

Ist der Valentinstag eigentlich ein Thema auf dem Bankerl? Wie, heute ist Valentinstag und soweit die nicht erfolgten Nachforschungen ergaben, ging an das Bankerl keine einzige "Ich-hab-Dich-lieb"-Karte ein. Nun gut, darauf kann man ja auch grundsätzlich verzichten (wobei ich mir sicher bin, dass Revolutionär Jürgen gerade laut widerspricht und Revolutionär Thomas, weil er einen Anstand hat, sich bestimmt was Liebevolles für seine Liebsten ausgedacht hat; bei Revolutionär Werner wiederum scheiden sich die Geister ... eigentlich nicht, doch schon auch möglich), andererseits sollte man als Laie solche Urteile vielleicht doch den Profis überlassen, die wiederum unter Umständen sogar ohne das Wissen des Bankerl-Commandos bereits Valentins-Grußkarten mit Bankerl-Motiven (so mit eingeritzten Herz) verschickt haben. By the way, weiß eigentlich jemand, wo sich gerade Sympathisant Bernd aufhält?

Und wo ist der Beach-Commandante Marvin? Außerdem wird Sympathisantin Brigitte vermisst, die nach unbestätigten Informationen auf der Jagd nach Fußbällen sich in einer dlddu-Dimension verloren hat. Regional leicht zuzuordnen sind dagegen Revolutionär Josef Paul(i) und Sympathisant Hermann. Sie beschützen in und um Dorfen herum bedrohte Bankerl und gehen nächsten Dienstag mit Revolutionär Michael, dem Älteren (der endlich auch mit darf) zum Bayern-Championsliga-Spiel.

Zum Schluss dieser Depesche gibt es wie immer den Hinweis, dass alle, die keine Depesche gar nie nicht mehr lesen können bzw. wollen, diese auch abbestellen dürfen, denn das geht (wenn es sein muss und weil es hier stehen muss) ganz einfach: Einfach eine eMail an depesche@auf-dem-bankerl.de schicken mit dem Betreff "Ich mag keine Depesche mehr". Und noch zwei Frage bleiben: Hat sich diesmal als Qualitätssicherungsinstanz der Bildschirmschoner von La Commandanta wieder eingeschaltet? Und welche Socken zeigt er an?

Es bleibt dabei: Möge das Bankerl immer ein paar warme Socken für Euch bereit halten!

 
     
     
     
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