Schnupfen

10. November 2006 / Die Bankerl-Depesche, die Zwölfte


Es stellt sich die Frage, ob Schnupfen eine Krankheit ist, die zum Bankerl passt. Ein Gesundheitsapostel zum Beispiel würde hier ohne Zögern eine abschlägige Antwort erteilen, Sympathisant Volker allerdings würde sofort das Gegenteil behaupten, weil er zum einen sehr gerne und fortwährend das Gegenteil behauptet, zum anderen aber die Ansicht vertritt, dass ein Bankerl sehr viel Platz haben sollte für alle nur erdenklichen Belange eines mitunter erbärmlichen Lebens und dazu gehört eben auch ein Schnupfen. Nicht von ungefähr ist Revolutionär Marco von ähnlicher Gesinnung und Volkers Freund; im Gegensatz zu jenem aber, der als Gegensatz-Sympathisant noch auf dem Weg zum Revolutionär ist (was noch lange dauern kann wie zum Beispiel auch bei Sympathisant Otmar, der sich noch um seine Senioren kümmern muss), hat sich Marco auf ein wirklich sehr, sehr langes Bankerl gesetzt, das man jetzt auf seiner Revolutionärsseite anschauen kann und das genügend Platz für die die Belange vieler Leben hat.

Das wiederum hilft dem Sub-Commandante wenig, denn der hat Schnupfen. Und auch, wenn er noch nicht weiß, ob es eine Bankerl-taugliche Krankheit ist, ist er sich sicher, dass es für Männer die schlimmste aller Geißeln ist, womit Sympathisantin Brigitte nur in ihrer Meinung über das angeblich starke Geschlecht bestärkt wird, Revolutionärin Silke dagegen mit einem prima Rezept für einen Kesselknall in der Gedanken-Rubrik www.auf-dem-bankerl.de hilfreich zur Seite steht all jenen, die es gerne haben, wenn es ihnen den Schnupfen (inklusive Hirn) aus dem Schädel pustet ... ach so, die Wirkung kam gar nicht vom Essen, sondern vom Obstler danach?

Nun, so oder so, dem Web-Commandante ist so ein Schnupfen eh Wurst, weil er entweder schnell im Kreis Motorrad fährt, so dass ihn eh kein Virus einholt, oder eben zu alten Hausmitteln unterschiedlichster Alkoholrezepturen greift. Wenn er sich dann dem Geist des Weines hingibt, befasst er sich sogar mit dem Bankerl und stellt neue Photos auf http://www.auf-dem-bankerl.de/ online, was wiederum erst diese Depesche überhaupt möglich macht, denn eine langweilige Nachricht (wie sie einer Depesche nur würdig ist) wird auch nicht besser, wenn es überhaupt kein Photo zum darauf Hinweisen gibt. Sollte einer das Gegenteil behaupten und mittlerweile seinen chaotischen Schreibtisch endlich so akzeptiert haben wie Sympathisant Klaus, der darf davon auch berichten, sollte dies aber mit einer eMail an depesche@auf-dem-bankerl.de tun. Weil sonst haben wir nix davon ...

... wie zum Beispiel von den Einsichten des US-Commandante, der endlich seinen Kopfhörer abgenommen hat und als Gründer der einzig wahren Revolution seiner missionarischen Pflicht nachkommt. Das erste Ergebnis sind die Außenansichten eines kalifornischen Bankerl-Commandantes, Take 1:

"Der US-Commandante meldet sich zum Dienst! Es ist grauenhaft. Man könnte sogar sagen es ist greulich. Es ist schon wieder passiert. Es ist nun wieder ein Monat vergangen und damit ist auch noch der Geburtstag des auf-dem-bankerl vorbeigesaust. Dieses Ereignis haben wir aber alle gemütlich in vollem Bankerl Stil im zweites Jahr hineingefeiert, oder?

Wieso meldet sich der US-Commandante jetzt fragen sich bestimmt einige von euch. Einige werden sich fragen, wer ist er überhaupt und warum denkt er, er könnte hier was über Bankerl erzählen? Eine berechtigte Frage eigentlich, eine die wir schlichtweg ignorieren werden. Und wiederum werden es so einige andere komplett an dem Körperteil mit der engsten Verbindung zu einem Bankerl einfach vorbei gehen lassen (eine vielleicht nicht komplett ungesunde Meinung, muss man dazu sagen). Und das ist gut so. Wir sind nämlich Revolutionäre, Bankerl Revolutionäre und sollen nicht zu wichtig sein um auch nicht ab und zu mal auf zu stehen.

Ich schweife aber ab. Der Sub-Commandante hat gerufen. Jeffrey, meine amerikanische Prinzenrolle, hat er gesagt, Du bist prädestiniert 'Amerikanischen Außenansichten' für auf-dem-bankerl zu schreiben. Mit prädestiniert habe ich verstanden, dass ich als Ami quasi die Hälfte von Amerikanischen Außenansichten vervollständige. Nun gut. Somit meldet sich der US-Commandante zum Dienst! Und wenn das als Grund nicht genügt, dann bin ich auch regelrecht von der Sub-Commandante bedroht worden. Ja, bedroht! Glaubt man vielleicht nicht, aber der Sub-Commandante ist nicht Sub-Commandante geworden weil er am besten oder längsten auf einem Bankerl hocken kann / gehockt hat. Nö, nö! Scharf wie ein Messer ist der Sub-Commandante. Er weiß ja genau wo man am besten Druck ausübt um die entsprechende Wirkung zu erzielen. Dass sogar ein fauler Amerikaner von seinem Bankerl aufsteht und was tut. (Hey - so faul bin ich nicht wirklich, und jetzt wird hier ja offentlich sinniert! Happy?)

Aber die dunkele Bedrohung (und damit meine ich nicht Episode 1 - möge ein Bankerl mit dir sein) ist was für eine andere Folge von Amerikanische Außenansichten.

Ja, ja. Das Bankerl hat seinen ersten Geburtstag gehabt. Es war keine große Feier, das passt ja auch nicht wirklich zum Bankerl. Gemütlich wurde es gefeiert, an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten. Der Web-Commandante hat ihn bestimmt auf ein Moped Bankerl gefeiert. Unsere La Commandanta hat ihn vielleicht mal in meinem Heimatland gefeiert, um ein paar minutchen weg von das "wichtig sein müssen" der arbeitsbedingten besuch des "land-o-plentys". Der Sub-Commandante hat bestimmt ganz gemütlich mit der Familie daheim oder im Zoo mit Freunden gefeiert. Und ich? Wenn nicht eine der letzten milden Tagen in der Residenz-Garten auf einem Bankerl gefeiert, dann war das auf ein weit entfernten Familienmitglied des Bankerls - mein Sofa - gewesen! Jetzt das das Wetter langsam etwas Bankerl unfreundlicher wird, werde ich wohl öfter dieses ort zum sinnieren aussuchen (womöglich wird hier auch einige zukünftige "Außenansichten" entstehen).

In diesem Sinne, Happy Birthday "auf-dem-bankerl"!
(Kritik könnt ihr gerne behalten oder soll direkt an der Sub-Commandante gesendet werden. Na schmarrn, sie kann natürlich unter us-commandante@auf-dem-bankerl.de deponiert werden.)"

Ooops, sagen da die anderen drei aus dem Commandanten-Vierer, da haben wir doch was vergessen. Nun gut, der eine hat den Schnupfen, der andere seinen Wein, aber was ist mit La Commandanta? War sie so abgelenkt von dem Pferd, das mit der neuen Revolutionärin Birgit auf dem Bankerl sitzt? Eine nicht von der Hand zu weisenden Theorie, die Sympathisant Timo wiederum kaum nachvollziehen kann, weil er lieber mit dem Radl unterwegs ist, wie übrigens Sympathisant Markus, der Zweite, auch, während Revolutionär Markus in Kalifornien (also da wo der US-Commandante eigentlich daheim wäre) von einem plüschigen Bankerl zum anderen wechselt. Pferd, Radl oder Sofa, eigentlich ist es egal, solange man keinen Schnupfen darauf bekommt.

Hart im Nehmen sind auch australische Bankerl-Beobachter, die bevorzugt aus London kommen um schließlich am Fuße der Zugspitze die Verwandtschaft aus Down under zu treffen um gemeinsam Sympathisant Klaus beim Alphornblasen zuzuschauen. Oder warum grinsen die australischen Vier gemeinsam auf dem Bankerl so wissend und warum tragen die einen Tracht und die anderen Anzug und Abendkleid?

Fragen über Fragen, die eigentlich nicht beantwortet werden wollen, solange Revolutionär Dirk das weit größere Geheimnis dieses Jahres geliefert hat: In seinem Bankerl-Profil tauchte nämlich ein Photo auf, das ihn als Mexikaner auf einem Fußballstadion offenbarte. Und dabei dachten wir alle doch, dass wir Deutschland sind oder der Papst, wobei letzteres Insiderberichten zufolge Revolutionärin Birgit vermasselt haben soll, weil sie im vergangenen Jahr beim Kölner Kirchentag beim Frisör war, während draußen der Pontifex vorbeifuhr.

Jedenfalls gibt es keinen Zweifel daran, dass ein Bankerl von vorneherein überhaupt keine Nationalität hat, wenn auch es zumindest in einer seiner vielen Wiedergeburten zumindest sehr oft in Bayern gewesen sein muss. Wer daran zweifelt, sollte sich mal den neuen Revolutionär Hans anschauen. Der sitzt auf einem schönen Bochofabankerl, wo man sich sofort dazu setzen möchte, was wiederum Sympathisant Hermann getan hat, kurz bevor und kurz danach er den Hans für die Revolution gewonnen und abgelichtet hat. Wo sein Kumpel, Revolutionär Josef Paul(i), allerdings im Moment ist, weiß keiner, vielleicht rettet er abermals ein bedrohtes Bankerl, das sogar in den Bergen stehen könnte, wo unsere neue Sympathisantin Rike besonders gerne ist. Jetzt hoffen wir nur, dass ihr Geisteskampf nicht in Österreich stattfindet, denn dort ist Revolutionär Jürgen, bekannt als Der James, zugange und erzählt Fürchterliches:

"Ficken. (Anmerkung der Depesche-Redaktion: Uns zugesandte Depeschenbeiträge werden unter dem Gebot der Fehlerhaftigkeit grundsätzlich weder redigiert noch zensiert. Allerdings ist hier zweifellos Jürgen ein Rechtschreibfehler unterlaufen, weil er wollte bestimmt Stricken als Hinweis auf seine heimliche Leidenschaft bzw. Flicken als Arbeitsanweisung bezüglich dem Riss in seiner Edel-Jeans bzw. Picken als Titel für die immensen Erdarbeiten schreiben) Wir schreiben den ersten November 2006. Dunkelheit, minus zwei Grad und leichter Schneeregen. Der Scheinwerfer wirft sein fahles Licht auf das trostlose Szenario. Die Nase läuft, sonst gar nichts mehr. Was bringt einen normalerweise sprachlich recht moderaten Menschen wie mich dazu, die Contenance zu verlieren? Ironischerweise der Wunsch nach einem eigenen Bankerl. Denn wo ließe sich so ein Bankerl trefflicher aufstellen als im schönen Salzburger Land, genauer gesagt im Pongau, und dann auch möglichst noch mit Blick auf Hochkönig und Dachstein?

Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Fluchs ein Grundstück gekauft (2004), lange gerätselt was man da wohl hinbauen könnte (2005), und seit Juni: Haus bestellt und ab August gebuddelt (2006). Seinerzeit war ich in Mathematik recht gut (logo, da konnte man ja auch noch gemütlich auf dem Schul-Bankerl sitzen), doch in naher Vergangenheit kommt mir mein Zahlenverständnis immer öfter abhanden. Ich spreche nicht vom Baubudget (DAS ist eine andere Geschichte), sondern schlicht und einfach von Zeiteinschätzung. So wie heute wieder. Gestern wurde der Dämmstoff für den Fußbodenunterbau angeliefert, und der muss noch ins Haus getragen werden, denn Wasser=nixgutt für Dämmstoff. Ahhh, alles kein Problem, ich habe ja nur gerade eine entspannende 13-Stunden-Schicht im Hausbau hinter mir.

Vorschul-Rechenaufgabe:
Knappe 140 qm Fläche sind zu belegen, im EG mit 3 cm Styropor und dann 2 cm Trittschalldämmung, im OG nur mit 2,5 cm Trittschalldämmung. Moment mal. 140 qm + 70 qm (2. Lage im EG) sind 210 qm zu belegende Fläche. Multipliziert mit der Materialstärke macht 5,25 Kubikmeter. Bildlicher ausgedrückt: 420 Stück (!!!) Dämmstoffplatten. Da wären wir wieder: Ficken. Selbst mit 15 Stück auf einmal ist das die eine oder andere Meile, die man schleppenderweise zurücklegt. Die Styroporplatten sind erfreulich leicht, die Trittschalldämmplatten sind das *F**&%&%$$!%!!**C** nicht.

Irgendwie geht mir das ständig so: unter der Woche sitze ich im Büro und überlege, was ich so am Wochenende auf der Baustelle schaffen will, und es ist immer alles kein Problem. Und am Wochenende steh' ich dann bis tief in die Nacht da und fluche. Um 22 Uhr endlich: Feierabend, ab ins Hotel zum duschen und umziehen. Jetzt nur noch zweieinhalb Stunden nach München fahren, schon kann ich ins Bettchen.

Was tut man nicht alles, damit man irgendwann zu einem Gast sagen kann: "nimm Platz auf diesem Bankerl". Sollte ich dazu nach Ende des Hausbaus überhaupt noch die Energie haben. 18. November 2006. Auf den freue ich mich sakrisch. Das wird a) der erste Morgen zum ausschlafen seit Mitte August und b) das erste arbeitsfreie Wochenende seit Ende August. Ein Fest. Habe schon überlegt, ob ich nicht den Samstagskurs "Algebra für Anfänger" bei der VHS an diesen Tagen buche. Vielleicht hilft's ja.

Ach ja, eines noch: meine Hochachtung für jeden, der neben dem Hausbau noch ein Kind zeugt. Denn ganz ehrlich: wenn ich derzeit nicht eh schon Single wäre wüsste ich nicht, woher ich Kraft zum ersten Wort des Beitrags nehmen sollte (die Damen mögen die Wortwahl verzeihen)."

Auch dafür, werter James, wird das Bankerl eine gute Antwort finden. In jedem Fall werden die Commandantes bei Fertigstellung des österreichischen Bankerls sich sofort zum Probe-Sitzen aufmachen, auch wenn zumindest den Sub-Commandante wegen seinem Schnupfen im Moment mehr die australischen Bankerl, die neu in der Bankerl-Galerie zu finden sind, zusagen, denn dort ist es warm, wie angeblich es auch in Russland war, als Bankerl-Beobachter Andrej in Saratov kurz Pause gemacht hat und uns zwei russische Bankerl-Bilder geschickt hat. Damit wird unsere Revolution immer internationaler, was schon fast ein bisserl zu viel Bewegung und Spannung ist, allerdings kein Grund für die Abbestellung der Depesche, die trotzdem möglich ist: Dazu muss man einfach eine eMail an depesche@auf-dem-bankerl.de schicken mit dem Betreff "Ich mag keine Depesche mehr".

Mögt Ihr überall eine Möglichkeit finden, um www.auf-dem-bankerl.de zu sitzen!

 
     
     
     
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